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Rollator richtig einstellen: sicher statt gebückt

Das Wichtigste in Kürze

Ein falsch eingestellter Rollator macht unsicher statt sicher. Die Kurzform: Griffe auf Handgelenkhöhe bei locker hängenden Armen, Ellbogen beim Festhalten leicht gebeugt, beide Seiten gleich hoch, Bremsen geprüft — und beim Gehen bleibt der Körper im Rollator, nicht dahinter. Die Feineinstellung und das Gehtraining übernimmt die Physiotherapie, auf Wunsch bei Ihnen zu Hause.

Schritt 1: Die richtige Griffhöhe

Stellen Sie sich aufrecht neben den Rollator, Schuhe an, Arme locker hängen lassen. Die Griffe werden auf die Höhe Ihrer Handgelenke eingestellt. Greifen Sie nun die Griffe: Die Ellbogen sollten leicht gebeugt sein, etwa 15 bis 30 Grad. In dieser Position können die Arme stützen, ohne dass Sie sich nach vorn beugen müssen.

Kontrollieren Sie nach dem Verstellen, dass beide Griffe exakt gleich hoch sind und die Verstellmechanik eingerastet ist. Ein schief eingestellter Rollator führt zu einem schiefen Gangbild.

Schritt 2: Bremsen und Sicherheit prüfen

Testen Sie die Handbremsen: Sie müssen den Rollator auf leicht abschüssigem Weg zuverlässig halten, ohne dass Sie mit voller Kraft ziehen müssen. Die Feststellbremse muss hörbar einrasten. Angezogen wird sie immer, bevor Sie sich auf die Sitzfläche setzen, etwas aus dem Korb nehmen oder sich beim Aufstehen am Rollator abstützen. Prüfen Sie ausserdem regelmässig Räder und Verschraubungen; abgefahrene Räder verändern das Bremsverhalten.

Schritt 3: Im Rollator gehen, nicht dahinter

Der häufigste Fehler ist gar nicht die Einstellung, sondern die Gehweise: Der Rollator wird weit vorausgeschoben, der Oberkörper beugt sich hinterher. Das belastet Rücken und Handgelenke und erhöht das Sturzrisiko. Richtig ist: Sie gehen im Gerät, die Hüfte bleibt zwischen den Hinterrädern, der Rollator ist nah am Körper, der Blick geht nach vorn statt auf die Füsse. Aufrecht im Rollator zu gehen fühlt sich anfangs ungewohnt an, lässt sich aber gut trainieren.

Einstellung ist der Anfang, Training der Rest

Ob ein Rollator überhaupt das richtige Hilfsmittel ist, wie Sie damit Schwellen, Steigungen und enge Wohnungen meistern und wie das Gehen wieder sicherer wird, ist Teil der Physiotherapie. Bei einer Domizilbehandlung stellt die Therapeutin den Rollator direkt bei Ihnen zu Hause ein und trainiert auf Ihren echten Wegen: Flur, Türschwellen, Lift, Weg zum Briefkasten. Gerade zur Sturzprävention ist diese Kombination aus richtigem Hilfsmittel und gezieltem Training entscheidend — häufig im Rahmen der geriatrischen Physiotherapie.

Wann Sie ärztlich abklären sollten

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn trotz Rollator eines der folgenden Zeichen auftritt:

  • wiederholte Stürze oder Beinahe-Stürze,
  • neu aufgetretene starke Gangunsicherheit oder Schwindel,
  • plötzliche Schwäche oder Gefühlsstörungen in den Beinen,
  • Schmerzen, die das Gehen zunehmend verunmöglichen.

Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Beratung. Nach einem Sturz gehört die Ursache zuerst ärztlich abgeklärt.

Häufige Fragen zum Rollator

Wie hoch müssen die Griffe des Rollators eingestellt sein?

Als Faustregel: Stellen Sie sich aufrecht neben den Rollator, die Arme hängen locker — die Griffe gehören auf Höhe der Handgelenke. Beim Festhalten sind die Ellbogen dann leicht gebeugt. Zu tiefe Griffe zwingen in eine gebückte Haltung, zu hohe schieben die Schultern hoch; beides macht das Gehen unsicherer.

Muss die Höhe auf beiden Seiten gleich sein?

In der Regel ja, und kontrollieren Sie das nach jedem Verstellen. Nur bei ausgeprägten Seitenunterschieden, etwa nach einem Schlaganfall, kann die Therapeutin bewusst unterschiedlich einstellen. Das gehört aber in fachliche Hände.

Gehe ich im Rollator oder dahinter?

Im Rollator: Der Körper bleibt zwischen den Hinterrädern, die Hüfte nah an den Griffen, der Blick nach vorn. Wer den Rollator weit vor sich herschiebt, geht gebückt, belastet die Handgelenke und stürzt leichter. Das aufrechte Gehen im Gerät lässt sich in wenigen Einheiten trainieren.

Worauf muss ich bei den Bremsen achten?

Vor dem ersten Gebrauch und danach regelmässig prüfen: Halten die Bremsen den Rollator auf abschüssigem Weg? Rasten die Feststellbremsen sicher ein? Bremsen Sie immer, bevor Sie sich auf die Sitzfläche setzen oder sich am Rollator abstützen, etwa beim Aufstehen vom Stuhl — sonst rollt das Gerät weg.

Wer hilft beim Einstellen und beim Gehtraining?

Ihre Physiotherapeutin oder Ihr Physiotherapeut stellt den Rollator auf Ihre Körpergrösse ein und trainiert das sichere Gehen damit, bei einer Domizilbehandlung direkt in Ihrer Wohnung und auf Ihren Alltagswegen. Auch Sanitätsfachgeschäfte helfen bei der Grundeinstellung.

Natalia Goc, eidg. dipl. Physiotherapeutin
Fachlich geprüft von Natalia Goc, eidg. dipl. Physiotherapeutin, Co-Founder Physio.ch.
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